Frühling

Im Kontrast zur starken Deutschen Schrift kommt ihre Nachfolgerin daher – die zarte Frühlings-Fraktur. 1911 wurde sie geschnitten und Koch bestand darauf, dass alle feinen Details seiner handschriftlichen Vorgaben umgesetzt wurden, sonst wären die Formen „zu rund, zu glatt oder langweilig” geworden. Er war der Ansicht, dass in dieser Schrift „alles auf Herkommen fußt und doch als etwas Neues erscheint”.

Zu den zwei Strophen aus Goethes „Frühzeitiger Frühling” passt der Charme dieser Schrift perfekt. Das Schicksal des Hauchs stellt Manfred in seiner Variation der Frühlings-Schrift bildlich dar:

In Manfreds Next Springtime ahnt man, wie unwohl sich der arme Hauch in dem noch winterlichen Strauch gefühlt haben muss. Die eingebauten Linien deuten in aller Feinheit die blattlosen Zweige an – noch zu früh für Frühling.