Jessen

Das Konzept einer „Bibelgotisch” spukte schon seit Jahren in Kochs Gedanken herum und bestimmte die Richtung seiner Arbeiten, aber erst nach den Erfahrungen mit der Neuland machte er sich an den Schnitt der Peter-Jessen-Schrift. Sie entstand auch als handwerkliches Produkt, ist aber viel feiner ausgearbeitet als die Neuland. Diese Schrift wirkt zunächst schmucklos, doch auf den zweiten Blick entfaltet sie den eigenwilligen Formenreichtum ihrer Versalien in einem klaren Satzbild.

Der Name der Schrift bezieht sich auf Peter Jessen, dem Leiter der Berliner Kunstgewerbebücherei. Koch schien mit seiner zweiten „Metallarbeit” zufrieden zu sein, im Mai 1925 sagte er:
„Meine Bibelschrift ist fertig. Ich will das Neue Testament anfangen zu drucken und will es von meinen Leuten binden lassen und verkaufen, ohne alle Hilfsmittel des Vertriebes, nur an die, die danach verlangen, und wenn es 10 Jahre dauert, bis die Leute kommen …”.

Wenn schon ein Bastard, dann aber konsequent, sagte sich Manfred. Er versah den Mix aus gotischen Minuskeln und lateinischen Versalien mit Serifen und gab noch etwas dekoratives Beiwerk hinzu :)