Das ABC-Büchlein

Diese Arbeit ist ein Gemeinschaftsprodukt von Rudolf Koch und seinen Schülern Fritz Kredel und Berthold Wolpe. Es besteht aus 25 Blättern mit verschiedenen Alphabeten, in denen sich der Meister nach Herzenslust ausgetobt hat – jedes ein „Hohelied auf unsere Schrift”.

Anlass für dieses Werk war Kochs Mitarbeiter Gustav Eichenauer. Der Stempelschneider hatte sich durch die Zusammenarbeit mit Koch zum Experten für die Wiedergabe bewegter Linien gemausert, bekam aber kaum noch Gelegenheit, sein Können zu zeigen, weil Kochs Druckschriften immer schlichter wurden.

ABC-01

Nach Berthold Wolpe ging es Rudolf Koch bei diesem Buch um den „Spaß und die Freude” an schönen Buchstaben. Beiden jedoch kam die Freude am Tun nach 1933 abhanden: Um Berthold Wolpes Lehrtätigkeit an der Frankfurter Kunstgewerbe-Schule zu sichern, schrieb Rudolf Koch im Februar 1934 eine Empfehlung an die Behörden. Doch 1935 verbot die Reichskammer dem „Nicht-Arier” Wolpe jede weitere Kulturtätigkeit als Grafik-Designer.

Alphabeticum

Das ABC-Büchlein erschien erstmals 1934 im Insel-Verlag. Es wurde 1949 von Kredel und Eichenauer in Wiesbaden neu aufgelegt. 1976 erschien zum 100. Geburtstag Rudolf Kochs ein Facsimile mit einem Vorwort von Warren Chappell und Erinnerungen von Fritz Kredel. Paul Lloyd hat eines der Alphabete (s.o.) wiederbelebt, das AlphaBeticum.

Langbein

Obiges Langbein-Alphabet wurde von Graham und Manfred zu ABC-LongLegs Initialen digitalisiert:

ABC-LongLegs