Die Deutschlandkarte

1925 suchte Koch eine Karte von Deutschland. „Mehr Bild soll sie sein als Karte. Das ganze Vaterland soll man spüren.” Und mit den Augen sollte man darin spazierengehen können.

Viele Schüler aus Kochs Werkstatt arbeiteten mit an der Karte, doch erst im Juni 1933 schrieb Koch: „Unsere Karte von Deutschland wird wohl dieses Jahr fertig werden, ohne Rücksicht auf Zeitströmungen erhält sie die Form, die sie haben muss, und vorläufig wird die Zahl ihrer Freunde vermutlich nicht sehr groß sein. Gott bewahre uns vor der großen Öffentlichkeit.”

Das klingt nach einer anderen Vaterlands-Freundschaft als nach dem pathologischem Wahn, der damals gerade ausbrach, mehr nach emotionaler Heimatverbundenheit. Die Karte ist von einem Spruchband umrahmt, in das Koch ein Gedicht Hölderlins schrieb: „O heilig Herz der Völker, o Vaterland". Der Begriff Vaterland ist inzwischen mit überwiegend negativen Konnotationen besetzt, aber beim Anblick der liebevoll gestalteten Kartendetails können wir ahnen, was er für Koch bedeutete.

Die Karte hat dann doch zur Öffentlichkeit gefunden, sie erschien 1935 im Insel-Verlag.