Evangelien

Nach dem Krieg schrieb Koch Bibeltexte in allen möglichen und unmöglichen Formen, z.B. eine kreuzförmige Bergpredigt oder ein komplettes Evangelium auf einem Blatt.

In seinen handgeschriebenen Evangelien-Büchern, hier das Matthäus-Evangelium aus dem Jahr 1921, geht es weniger um schriftkünstlerische Schönheit als um den unmittelbaren Selbstausdruck Kochs.

Die Buchstaben klammern sich aneinander und bilden ein schwer lesbares Textgewebe mit minimalen Wortabständen. Die Zeilen laufen ungleichmäßig und zeigen die innere Bewegtheit des Schreibers. Wie im Blockbuch Jesaja „fluten die Verse mit rücksichtsloser Gewalt hin".

Die vier Evangelien entstanden zwischen 1920 und 1921 als Einzelbücher, die sich in Format und Stil deutlich unterscheiden.