Deutsche Schrift (Koch-Fraktur)

Kochs Erstling, zunächst „Deutsche Schrift” genannt, wurde ein solcher Bestseller, daß sie später nur noch Koch-Fraktur hieß. Die Anpassung der geschriebenen Vorlagen an die Erfordernisse von Buchdruck und Schriftsatz beschäftigten den angehenden Schreibmeister über Jahre. Zwischen 1908 und 1910 wurde die Fette Deutsche Schrift geschnitten.

Koch selbst sah den Grund für den Erfolg seiner Deutschen Schrift in ihrer Fähigkeit, den damaligen Zeitgeist zum Ausdruck zu bringen. Der äußerte sich zwar vorwiegend in Antiqua und gepflegten Frakturen, doch das Nachwuchs-Talent Koch präsentierte mit der Deutschen Schrift etwas, das dem Betrachter regelrecht in die Augen sprang – stark, plastisch, schwarz und lebendig. Diese Schrift ging eigensinnig, aber überzeugend in eine neue Richtung.

So wirkte die Deutsche Schrift jedenfalls auf Zeitgenossen. Wir nehmen heute nur noch eine entschnörkelte Schwabacher wahr, doch gleichzeitig auch die beeindruckenden Ansätze Kochscher Schriftmodernisierung.

Im Laufe der Jahre entstanden halbfette, schräge (!), schmale und magere Schnitte der Deutschen Schrift.

Die Arbeiten am mageren Schnitt fingen schon 1910 an, blieben dann aber liegen und wurden erst nach der Veröffentlichung der schmalen und halbfetten Schnitte fortgesetzt. Handschriftlich entwickelte Koch mit einer schmalen Feder die zarteren Formen der Mageren Deutschen Schrift.

Auch die schmale Variante der Deutschen Schrift wurde individuell gestaltet. Die Buchstaben erhielten mehr Höhenwirkung und rückten platzsparend aneinander.

In England erschien die Deutsche Schrift unter dem Namen Oxford.